Das letzte Drittel – der Countdown läuft!

Das letzte Drittel Trimester Elodie Eisvogel Header

Nach einem super angenehmen zweiten, ging es danach in ein immer anstrengender werdendes drittes Trimester. Der Bauch wurde größer und größer und die Einschränkungen nahmen deutlich zu. Schuhe zubinden, rasieren – ja, die Bikinizone ist nicht mehr sichtbar und man muss sich auf den Instinkt verlassen oder einen Spiegel zur Hand nehmen 😀 – oder auch das ständige Sodbrennen werden im letzten Drittel zur Herausforderung. Was jedoch nicht abbrach war meine unheimlich gute Laune und die positive Einstellung zur Schwangerschaft. Ich blühte völligst auf und war voll auf glücklich, ausgeglichen und zufrieden. Vorab habe ich oft gehört, die Frauen seien in der Schwangerschaft von Gefühlsschwankungen und Zickenphasen gezeichnet. Dies kann ich für mich absolut nicht behaupten. Ich war so positiv und fröhlich, dass meine Eltern schon anmerkten, dass ich doch eine unheimlich positive Entwicklung zeige. 😀 Wie die lieben, oft so besorgten, Eltern dann so sind… ^^

Dein Herzschlag ist wie Musik

Während der bisherigen Schwangerschaft, hatte ich alle vier Wochen einen Termin beim Frauenarzt. Der nächste für mich wichtige Termin – nach der Bekanntgabe des Geschlechts in Woche 18+2 im zweiten Trimester, war die erste CTG-„Sitzung“.  Diese hatte ich jedoch nicht wie geplant bei meiner Frauenärztin in Woche 30, sondern unbekannterweise bei einer Ärztin für pränatale Diagnostik in Woche 28. Da mein Vater mit einem Herzfehler zur Welt kam, wollten wir bei unserem kleinen Prinzen auf Nummer sicher gehen und machten in der Fachpraxis einen Termin. Dort ließen wir all seine Organe schallen, damit die Ärzte bei einer eventuellen Fehlbildung für die Geburt vorbereitet sein würden.

Wir kamen in der Praxis an und wurden wie immer erst einmal ins Wartezimmer gesetzt. Nach wenigen Minuten schon gingen wir weiter in das CTG-Zimmer. Bis dato wussten wir nicht, dass die Untersuchung eine Kardiotokografie (CTG) beinhaltet. Ich saß/lag – noch unwisssend – in einem bequemen Sessel im besagten Zimmer als mir die Sprechstundenhilfe Blutdruck miss und mich danach bat den Bauch frei zu machen. Ganz perplex folgte ich ihrem Blick, als sie die Bauchbänder für die kommende Aufzeichnung an meinem Bauch anlegte. Jetzt schoss mir die Aufregung durch den Körper und mir wurde bewusst.. gleich würde ich zum ersten Mal den Herzschlag meines Kindes hören. Ich schaute Gerald an und auch in ihm sah es nach Vorfreude aus. Die Sprechstundenhilfe befestigte nun die beiden Kontakte auf meinem Bauch – oben auf den Wehenschreiber und am Unterbauch den für die Herztonaufzeichnung. Dann schaltete sie das gerät ein und wir hörten ein rauschendes Geräusch. Und da war es… das erste Pochen unserer kleinen Maus. Noch ganz leise im großen Rauschen, dennoch schnell und bestimmt. Bodum.. Bodum.. Bodum.. <3 20 Minuten lang hörten wir gebannt zu und genossen das Schlagen seines kleinen Herzens. Da die Fruchtwassermenge zu diesem Schwangerschaftszeitpunkt immer noch recht hoch war, konnte Motti zwischendurch wunderbar Purzelbäume schlagen und wehrte sich mit kleinen Tritten gegen die auf den Bauch drückenden Kontakte. 😀 Diese lebhaften Bewegungen hörtes ich im CTG wie dumpfe Schläge an. Witzig und wunderschön zugleich – wie Musik! Ja ich weiß, kitschig, aber wahr meine Lieben. In diesem Moment kommen einem die Tränen. Jede dieser kleinen Momente machen die Schwangerschaft und die Tatsache, das ein kleiner Mensch im Bäuchlein heranwächst, immer greifbarer. Ich werde Mama! 🙂

Die anschließende Untersuchung lief sehr gut. Alles takko mit dem süßen Mann. Nach dem Schallen aller Organe versuchte die Ärztin noch ein schönes 3D-Bild seines Köpfchens für uns zu erhaschen. Aus den vorangegangenen Ultraschalluntersuchungen wussten wir jedoch bereits, dass unsere Motti anscheinend ziemlich Kamerascheu ist. 😀 Auf keinem der bisherigen Bilder konnte man eine freie Sicht auf sein Gesicht erhaschen. Nach 10 Minuten Bauchrütteln und mehreren Stupsern mussten wir uns mit einem halben Profilbild zufrieden geben. So süß unsere kleine Maus! 🙂 Trotz schräger Draufsicht sind die 3D-Bilder schon echt klasse und geben einen ersten Eindruck wie das Baby aussehen wird. Wahnsinn was heute alles möglich ist. Ein Hoch auf die Technik! 🙂

Das letzte Drittel Elodie Eisvogel Hände auf Bauch

Zwischen Umzugs- und Geburtsplanung

Die nächsten Wochen vergingen wie im Flug. Inmitten der Umzugsvorbereitungen und den letzten Arbeitswochen war nicht viel Zeit für Verschnaufpausen und Baby-Shopping. Bei der Wohnungssuche hatten wir nach etlichen Wochen nun auch endlich Erfolg. Die größte Herausforderung bei der Suche blieb die Entfernung zum baldigen Wohnort. Stand mal wieder eine schöne Wohnung im Internet, war diese auch genauso schnell weg wie sie eingestellt war. Klar, die Vermieter ließen sich nur ungern mit einem „Wir könnten in fünf Tagen am WE zur Besichtigung aus Frankfurt kommen.“ abspeisen. Bei der derzeitigen Wohnungsmarktsituation ist die Nachfrage einfach zu hoch und die Wohnungen sind ratz fatz vermietet. Die lange Wartezeit war im Nachhinein jedoch ein Schlag des Schicksals. Ein wenig wie Glück im Unglück, denn wir bekamen letzten Endes eine Wohnung.. jetzt kommt’s.. zwei Häuser neben dem Haus meiner Eltern! Praktischer geht’s ja kaum! Und nebenbei ist sie auch noch perfekt aufgeteilt – 3 Zimmer, hell, Bad mit Fenster und Wanne, im Erdgeschoss und dazu zum niedrigen Preis!

Durch die ewig lange Wohnungsuche stellte sich jedoch noch ein neues Problem: die Hebammensuche. Da jede Hebamme bestimmte Einzugsgebiete hat und nicht durch die Weltgeschichte fährt, konnten wir vorab keine Hebamme anfragen, da wir absolut nicht wussten wo es uns hinverschlagen würde. Als wir dann endlich die Wohnungszusage hatten, telefonierte ich wie wild alle Hebammen im Umkreis ab. Leider ohne Erfolg! Gott sei gedankt, empfahl mir meine Frauenärztin dann eine Hebamme, die sie für genau solche Notfallsituationen in petto hatte. Was ein Glück, denn sie hatte noch einen Platz frei! Puh! Wir trafen uns direkt die Woche darauf und es passte wie A auf Eimer. Geprägt vom kühlen Ruhrpottscharm und einer entspannten Art, passte sie super zu uns. Direkt und ehrlich.. so mögen wir es! 🙂

Als wir nun endlich eine Wohnung gefunden hatten, konnten wir uns auch um einen Geburtsvorbereitungskurs in der Nähe kümmern. Da Gerald noch keinen Urlaub hatte, entschieden wir uns für einen Wochenend-Crashkurs. In diesem wurden uns an zwei Tagen so allerhand Basics vermittelt, wie beispielsweise der Ablauf der vier Geburtsphasen, verschiedene Geburtspositionen und es wurden die verschiedenen Medikationsmöglichkeiten wie PDA, Lachgas und Meditation, erläutert. Des weiteren spielte der Austausch mit anderen werdenden Eltern eine große Rolle wie beispielsweise der Diskurs über bestehende Ängste und Erwartungen untereinander. Der Kurs war zwar kompakt, aber dennoch eine schöne Erfahrung.

Unschön dagegen war indessen leider die Lage des Kleinen. Er lag seit Woche 31 nun in Beckenendlage, was so viel bedeutet wie der Kopf kuschelt oben an Mamas Herzen und der Popo sitzt unten im Becken. Für die Vorbereitung der Geburt sollten die Kinder ab Woche 30 eigentlich genau andersherum liegen. Hätten wir gewusst (unsere Ärztin hat uns leider nicht wirklich darüber aufgeklärt), dass sich die meisten Babys ab Woche 32-34 nicht mehr drehen können, aufgrund des immer weniger werdenden Platzes im Bauch, hätten wir direkt spezielle „Dreh“übungen ausprobieren können. Als auch in der darauffolgenden Untersuchung, die mittlerweile alle zwei Wochen stattfanden, noch immer keine Drehung zu erkennen war, riet uns Frau Doktor einen Termin zur Risikosprechstunde im Krankenhaus zu vereinbaren. Ich hatte mir seit Wochen eine natürliche Geburt ausgemalt und auf einmal musste ich mich mit dem Gedanken eines eventuellen Kaiserschnittes anfreunden. Wirklich unschön! So hatte ich mir die Geburt nicht vorgestellt. Schnurrstracks meldete ich mich zum Mocksen an, einer Technik von der ich gehört hatte, bei der Beifußzigarren an die Füße gehalten werden und so das Drehen des Kindes stimuliert werden soll. Ich glaube zwar nicht an solch einen esotherischen Schnick-Schnack, aber einen Versuch war es wert. 😉 Zudem bäugte ich mich mehrfach am Tag in die indische Brücke, ebenfalls eine Dreh-Technik, bei der der Popo im Vierfüßlerstand in die Höhe gestreckt wird und der Oberkörper auf den Ellenbogen abgesenkt wird. Dabei wackelt man mit dem Poppes und öffnet damit etwas den Beckenbereich. Aufgeben war keine Option!

Um mich von diesen Gedanken vorerst ablenken zu können meldete ich mich noch relativ spontan zu einem Pilateskurs für Schwangere an. Ich muss sagen, dieser hat mir wirklich Spaß gemacht. Das schönste am Kurs war der Kontakt zu anderen Schwangeren. Man konnte sich austauschen, lernte nette Frauen kennen und ging unabhängig vom Kurs einen Kaffee trinken. Kann ich also nur empfehlen Ladys.

Alles in allem ein durchwachsenes drittes Trimester mit Stress aber erneut vielen schönenen neuen Erfahrungen und Erlebnissen. <3 Wie es weiterging und wie die Geburt ablief – Kaiserschnitt oder normale Geburt? – erfahrt ihr im nächsten Kapitel.

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